Dienstag, 16 September 2025 12:26

Vergessener Tiefbunker unter Dortmund wird geöffnet

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Historischer Tiefbunker unter der Bornstraße in Dortmund Historischer Tiefbunker unter der Bornstraße in Dortmund Pixabay/Foto illustrativ

Zwischen Häusern an der Bornstraße liegt ein Bauwerk, das kaum jemand kennt. Hinter Efeu und einem schmalen Zugang verbirgt sich der Tiefbunker „Danziger Freiheit“. Nun richtet sich der Blick der Stadt Dortmund auf dieses Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Denkmalbehörde sucht dringend nach Zeitzeugen, Dokumenten und Fotos, um die Geschichte des Schutzraums zu bewahren.

Inhaltsverzeichnis:

Bauwerk aus dem Jahr 1941

Der Bunker wurde 1941 errichtet. Er bot Raum für 2.000 Personen, bei Angriffen drängten sich laut Denkmalbehörde über 3.000 Menschen hinein. Insgesamt verfügte die Anlage über 80 Räume, Küchen, Toiletten und sogar einen eigenen Brunnen. Noch heute liegen Gegenstände in den Kammern, darunter Schuhe, Rasierklingen-Schachteln und alte Zeitungen.

Ein Bericht erwähnt einen Luftangriff auf Dortmund am 6. Oktober 1944. Dabei sollen viele Kinder ums Leben gekommen sein. Ob das stimmt, bleibt offen. Ingmar Luther von der Denkmalbehörde erklärte, dass keine direkten Spuren eines schweren Treffers erkennbar seien. Möglich sei eine Explosion in der Nähe, deren Druckwelle für Verletzungen verantwortlich war.

Nutzung nach 1945

Nach dem Krieg wurde der Bunker weiter genutzt. Die Innenstadt Dortmunds war zu 92 Prozent zerstört. Zahlreiche Menschen fanden hier eine Notunterkunft. Das Deutsche Rote Kreuz führte die Nutzung bis 1961 fort. Dokumentiert sind jährlich 60.000 bis 80.000 Übernachtungen. Damit liegt die „Danziger Freiheit“ nur wenige Meter unter der Erde, im Gegensatz zum großen Bunker am Hauptbahnhof.

Wichtige Daten in Kürze

  • Baujahr: 1941
  • Maximale Kapazität: über 3.000 Personen
  • Räume: 80
  • Nutzung durch Rotes Kreuz bis 1961
  • Übernachtungen: 60.000–80.000 pro Jahr

Hilfe der Bevölkerung

Damit die Vergangenheit nicht verloren geht, bittet die Stadt die Bürger um Unterstützung. Gesucht werden:

  1. Persönliche Erlebnisse
  2. Schriftliche Dokumente
  3. Fotografien aus der Zeit

Mögliche Zeitzeugen sind Menschen, die den Bunker während der Zerstörung der Stadt nutzten, sowie Helfer des Roten Kreuzes. Kontaktadresse ist Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Öffnungen für Besucher

Am 13. und 14. September führte die Stadt erstmals durch die „Danziger Freiheit“. Studierende verbanden eine Kunstausstellung mit der Geschichte des Ortes. Ingmar Luther betonte, dass die Anlage städtisch sei und daher für Aufklärungsarbeit genutzt werden könne. Geplant ist, den Bunker in Zukunft häufiger für Besucher zugänglich zu machen.

Quelle: RUHR24, YouTube, Stadt Dortmund, www.globewings.net/de