Dienstag, 02 September 2025 11:30

Steinzeit-Siedlung am Dortmunder Flughafen entdeckt

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Steinzeitfunde am Flughafen Dortmund Steinzeitfunde am Flughafen Dortmund Pexels/Foto illustrativ

Archäologen haben südlich der Bundesstraße 1 am Dortmunder Flughafen Spuren einer fast 7.000 Jahre alten Siedlung gefunden. Die Entdeckung erfolgte während der Arbeiten für den neuen Gewerbepark „Eco Port Süd“. Beteiligt war ein Team des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe.

Inhaltsverzeichnis:

Funde der Rössener Kultur

Die Experten legten mindestens fünf Hausgrundrisse frei. Sie stammen aus der Rössener Kultur, die um 4.700 v. Chr. große Teile Mitteleuropas prägte. In Westfalen war diese Kultur besonders entlang des Hellwegs verbreitet.

Die Gebäude waren langrechteckig angelegt. Menschen und Tiere lebten unter einem Dach. Auf einem hölzernen Zwischenboden lagerten Vorräte, vor allem Getreide. Die Stadt Dortmund bezeichnete den jüngsten Fund als bedeutende Entdeckung.

Spuren aus Jungsteinzeit und Eisenzeit

Der Boden südlich der B1 bewahrte von den Häusern nur tiefe Pfostengruben. Keramikreste fehlen fast vollständig. Forscher nehmen deshalb an, dass die Siedlung nur kurzzeitig existierte. Auffällig ist ein jüngerer Grundriss, der ältere Strukturen überlagert. Dies weist auf mehrere Besiedlungsphasen hin.

Zusätzlich fanden die Archäologen Überreste kleiner Speicherbauten aus der Eisenzeit. Zahlreiche Keramikscherben belegen ihre Nutzung. Damit reicht die Geschichte der Nutzung dieser Fläche vom Neolithikum bis in die Eisenzeit.

Dortmund als Ort jahrtausendelanger Besiedlung

Die Ergebnisse zeigen eine kontinuierliche Entwicklung:

  1. Jungsteinzeitliche Siedlung mit Hausgrundrissen.
  2. Spätere Überlagerungen durch jüngere Gebäude.
  3. Eisenzeitliche Speicherbauten mit Keramikresten.

Das Areal am heutigen Flughafen Dortmund wurde also über mehrere Jahrtausende hinweg genutzt.

Gewerbepark „Eco Port Süd“

Nach Abschluss der Ausgrabungen hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das Gelände für die weitere Erschließung freigegeben. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna plant, im Gewerbegebiet „Eco Port Süd“ hochwertige Flächen zu entwickeln.

Archäologen betonen die Bedeutung solcher Projekte. Nur durch die enge Zusammenarbeit von Bauwirtschaft und Bodendenkmalpflege können wertvolle Spuren dauerhaft dokumentiert und für kommende Generationen gesichert werden.

Quelle: RUHR24, www.globewings.net/de