Mittwoch, 25 Februar 2026 17:48

Neues heizungsgesetz in NRW

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Eigentümer in NRW erhalten mehr Freiheit bei der Heizungswahl trotz CO₂-Preis. Eigentümer in NRW erhalten mehr Freiheit bei der Heizungswahl trotz CO₂-Preis. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

CDU und SPD haben ein neues Heizungsgesetz vorgelegt. Es betrifft Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen. Die bisherigen Vorgaben aus der Amtszeit von Robert Habeck wurden geändert. Eigentümer erhalten mehr Entscheidungsfreiheit. Gleichzeitig bleiben zentrale Klimaregeln bestehen. Das Gesetz soll bis Ostern 2026 beschlossen werden und am 1. Juli 2026 in Kraft treten. Für Mieter und Eigentümer ergeben sich konkrete Folgen. Die Diskussion um Wohnen und Kosten ist in NRW seit Monaten präsent, auch im Zusammenhang mit mehr Wohnungen in wachsenden Städten.

Inhaltsverzeichnis

Robert Habeck und das alte Heizungsgesetz

Das Heizungsgesetz war ein zentrales Thema im Wahlkampf der Union. Die von Robert Habeck erarbeiteten Regeln wurden nun teilweise aufgehoben. CDU und SPD strichen drei zentrale Punkte:

  • 65-Prozent-Erneuerbare-Energie-Pflicht für neue Heizungen
  • Verbot von Öl- und Gasheizungen
  • Kopplung der Heizungswahl an die kommunale Wärmeplanung

Eigentümer in NRW dürfen künftig wieder frei entscheiden, ob sie Öl- oder Gasheizungen einbauen. Diese Wahl ist nicht mehr an kommunale Wärmepläne gebunden.

Das bedeutet jedoch keine automatische Kostenentlastung. Der CO₂-Preis bleibt bestehen. Dadurch steigen die Preise weiter. Welche zusätzlichen finanziellen Belastungen Haushalte treffen können, zeigt auch die Debatte um NRW und neue Gebührenmodelle.

Bio-Quote ab 2028 und CO₂-Preis

Ab 2028 müssen Gaslieferanten laut Deutscher Presseagentur ihrem Netz 1 Prozent grüne Gase beimischen. Ab 2029 gilt eine zusätzliche Pflicht für neue Gas- oder Ölheizungen.

Wer dann eine neue Anlage einbaut, muss einen Vertrag abschließen, der mindestens 10 Prozent Bio-Anteil garantiert. Dieser Anteil steigt bis 2040 in drei Schritten. Konkrete Prozentsätze sind noch offen.

Biogas entsteht aus Pflanzen oder Gülle. Es ist teurer als fossiles Erdgas. Diese Mehrkosten tragen Verbraucher über ihre Gasrechnung.

Weitere Informationen zum CO₂-Preis bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Vereinfachte Wärmeplanung in kleinen NRW-Kommunen

Kommunen mit weniger als 15.000 Einwohnern erhalten eine vereinfachte Wärmeplanung. Der Aufwand sinkt. Details sind noch nicht vollständig geregelt.

Zudem ist ein Schutz für Mieter vorgesehen. Er soll überhöhte Nebenkosten durch unwirtschaftliche Heizungen verhindern. Konkrete Mechanismen stehen noch aus.

Die kommunale Wärmeplanung bleibt bestehen, ist jedoch künftig unverbindlich.

Wärmepumpen-Förderung bis 2029

Die Förderung klimafreundlicher Heizungen bleibt erhalten. Das betrifft Programme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude.

  • Förderung klimafreundlicher Heizungen mindestens bis 2029
  • Wärmepumpen-Förderung bis zu 70 Prozent
  • Geschwindigkeitsbonus für schnellen Austausch
  • Einkommensbonus für Haushalte mit geringem Einkommen

Durch Geschwindigkeits- und Einkommensbonus kann die Förderung auf bis zu 70 Prozent des Kaufpreises steigen.

Die Klimaschutzziele des Gebäudesektors bleiben formal gültig. Das Gesetz setzt weiterhin auf Wärmepumpen und Fernwärme.


Ein Blick auf die aktuelle Heizstruktur zeigt die Ausgangslage. Laut Mikrozensus 2022 von IT.NRW heizten 62,6 Prozent der Haushalte in NRW mit Gas. 14,2 Prozent nutzten Heizöl. 13,4 Prozent setzten auf Fernwärme. Nur 4,4 Prozent verwendeten erneuerbare Energien als Hauptquelle.

Bei Eigentümern lag dieser Anteil bei 6,9 Prozent. Bei Mietern betrug er 2,7 Prozent. Fossile Energieträger dominieren weiterhin.

In NRW wohnen rund 60 Prozent der Menschen zur Miete und 40 Prozent im Eigentum. Knapp 44 Prozent leben in Singlehaushalten. Zwei Drittel der Mieter zahlen weniger als 500 Euro Nettokaltmiete pro Monat. Entwicklungen am Immobilienmarkt werden regelmäßig analysiert, mehr hier.

Das neue Heizungsgesetz bringt mehr Wahlfreiheit, ändert jedoch nichts am steigenden Kostendruck durch CO₂-Preis und Bio-Quote. Eigentümer und Mieter müssen die weiteren Details abwarten.

FAQ

Wann soll das neue Heizungsgesetz in Kraft treten?

Das Gesetz soll bis Ostern 2026 beschlossen werden und am 1. Juli 2026 in Kraft treten.

Dürfen Eigentümer wieder Öl- und Gasheizungen einbauen?

Ja. Eigentümer in NRW dürfen künftig wieder frei entscheiden, ob sie Öl- oder Gasheizungen einbauen.

Bleibt der CO₂-Preis bestehen?

Ja. Der CO₂-Preis bleibt bestehen und beeinflusst weiterhin die Kosten für fossile Energieträger.

Wie hoch kann die Förderung für Wärmepumpen sein?

Durch Geschwindigkeits- und Einkommensbonus kann die Förderung auf bis zu 70 Prozent des Kaufpreises steigen.

Quelle: RUHR 24, SN2 WORLD