Dienstag, 20 Mai 2025 11:05

Kritik an Robbenhaltung im Zoo Dortmund wächst

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Robbenhaltung Robbenhaltung Foto: pixabay

Seit Jahren leben Robben im Dortmunder Zoo in einem Provisorium – jetzt werden die Bedingungen zunehmend kritisiert. Vor allem Tierschutzorganisationen wie PETA und der Tierschutzbund äußern sich besorgt über die Haltung der fünf Tiere. Die Fertigstellung der neuen Robbenanlage verzögert sich weiter, während die Tiere in einem Ausweichbecken untergebracht sind, das ursprünglich nur für kurze Zeit dienen sollte.

Inhaltsverzeichnis:

Robbenbecken aus Beton sorgt für Unmut bei PETA und Tierschutzbund

Im Zoo Dortmund leben derzeit vier Kalifornische Seelöwen und ein Südamerikanischer Seebär in einem alten Becken, das ursprünglich für Riesenotter gedacht war. Dieses dient seit knapp vier Jahren als Übergangslösung, da sich der Bau eines neuen Beckens stark verzögert. Tierschützer sehen hierin ein ernstes Problem.

Laut Dr. Yvonne Würz von PETA können die Robben in dem provisorischen Becken lediglich zwei Meter tief tauchen. In freier Natur erreichen diese Tiere jedoch Tiefen von über 200 Metern. Die vorhandene Anlage sei deshalb für ihre natürlichen Bedürfnisse völlig ungeeignet. Auch die geringe Größe und der Mangel an Rückzugsmöglichkeiten im Hauptbereich werden kritisiert.

Haltung in Süßwasser trotz gegenteiliger Empfehlungen

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Wasserqualität. Sowohl PETA als auch der Tierschutzbund weisen darauf hin, dass die Tiere seit Jahrzehnten in Süßwasser gehalten werden, obwohl sie in der Natur in Salzwasser leben. Das Säugetiergutachten empfiehlt eine Haltung in Salzwasser, was laut Paulina Kuhn vom Tierschutzbund im Dortmunder Zoo bislang nicht umgesetzt wurde.

Der Zoo argumentiert, dass mit geeigneter Pflege und Hygiene auch eine Haltung in Süßwasser möglich sei. Erkrankungen, die auf die Wasserqualität zurückzuführen seien, habe es bisher nicht gegeben. Zusätzlich würden „Salzbäder“ angeboten, bei denen die Tiere ihre Augen in Salzwasser spülen können.

Neue Anlage soll Standards erfüllen – aber bleibt umstritten

Die neue Robbenanlage, die seit Jahren geplant ist, wird laut Stadtverwaltung modernste Standards erfüllen. Das neue Becken umfasst etwa 3 Millionen Liter Salzwasser und ist mehr als dreimal so groß wie das bisherige. Es bietet Ruhezonen aus Ruhrsandstein, Inseln, Sprungfelsen sowie ein großes Panoramafenster für Besucher.

Ein separater Bereich dient der Quarantäne und Aufzucht. Die gesamte Anlage wird barrierefrei und soll aktuelle Haltungsrichtlinien vollständig erfüllen. Trotzdem bleibt Kritik bestehen: Tierschützer zweifeln, dass selbst unter optimalen Bedingungen eine artgerechte Haltung von Robben in Gefangenschaft möglich sei.

Verzögerungen beim Bau und offene Fragen

Der Bau der neuen Anlage sollte ursprünglich 2023 abgeschlossen sein – ein Eröffnungstermin ist derzeit jedoch nicht bekannt. Baumängel und steigende Kosten verzögern die Fertigstellung immer wieder. Auch die Kombination unterschiedlicher Tierarten wie Kalifornischer Seelöwen und Südamerikanischer Seebären stößt auf Skepsis, obwohl dies laut Gutachten zulässig sei.

Der fehlende Sichtschutz im Hauptbecken sowie die lange Übergangsphase ohne klare Perspektive für die Tiere verschärfen die Situation weiter. Zwar verweist der Zoo Dortmund auf tägliches Training und medizinische Betreuung – doch für viele Beobachter bleibt das derzeitige Provisorium eine unbefriedigende Lösung.

Quelle: RUHR24, www.globewings.net/de

 

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